Loading...
 

Spinnweben

kurzer Blick auf den Raspberry Pi 400

Alexander Bochmann Sunday 24 of January, 2021
Vor zwei Wochen habe ich mir einen Raspberry Pi 400 (cache) bestellt, um mir anzuschauen, ob das System als einfacher Desktop PC - Ersatz brauchbar ist.

30b2e2077c16b8c5

Viel Zeit habe ich damit bisher nicht zugebracht, aber die ersten Eindrücke sind nicht sehr positiv. Hier meine aktuellen Notizen dazu:

  • Hardware
    • Die mitgelieferte SD-Karte ist langsam. Ich habe das Raspberry OS zum Vergleich auf einem kleinen USB3-Stick installiert - dort sind Schreibzugriffe geringfügig schneller, und Lesezugriffe mehr als doppelt so schnell. Boot und Installation von einem USB-Gerät funktioniert mit Raspberry OS immerhin problemlos (mit alternativen Installern wie NOOBS allerdings nicht).
    • WLAN ist fast unbrauchbar. Auf meinem Arbeitstisch, ein paar Meter (und zwei Wände) vom nächsten Repeater entfernt, bekommt der Pi 400 keine 5GHz Verbindung, und 2.4GHz ist absolut an der Grenze. Beim Download der Updates beim Abschluss des Installers ist die Verbindung mehrfach abgebrochen. Die Fritzbox auf der anderen Seite meldet Verbindungen vom Pi mit maximal 26mbit/s, meistens darunter.Ich habe kein anderes Gerät mit derart schwachem Wifi - selbst meine alte OpenPandora-Console ist da noch besser. Der Pi 400 muss praktisch direkt neben einem Access Point oder Repeater verwendet werden.
    • Tastatur prellt manchmal, aber vielleicht gibt sich das nach längerem Gebrauch.
    • Die Tasten der mitgelieferten Maus sind am Anfang etwas schwergängig, aber das wird schnell besser (oder ich habe mich schon dran gewöhnt).

  • Software
    • Es ist sehr einfach, sich direkt beim Setup zu verheddern: Wenn Deutsch als Default-Sprache und Systemumgebung eingestellt ist, aber darunter die Option "use English language" ausgewählt wird, wird auch die Tastaturbelegung ohne Warnung auf Englisch zurückgesetzt. Eine Kombination aus englischer Systemsprache und deutscher Tastaturbelegung lässt sich erst nach Abschluss des Setups einstellen.
    • Die deutsche Lokalisierung ist eher unvollständig - auch mit deutscher Spracheinstellung bleibt der Raspberry OS - Installer komplett auf englisch. Die anderen Konfigurationsprogramme sind ebenfalls nur teilweise übersetzt (Anwendungen habe ich nicht weiter ausprobiert.
    • Es werden keine Tools installiert, die bei der Erstellung zusätzlicher Benutzeraccounts unterstützen. Per Default wird der Standardbenutzer "pi" automatisch angemeldet. Das ist für andere Raspberries, die als Experimentier- und Lernplattform genutzt werden, erstmal ok - aber bei einem Desktop-PC, der unter Umständen von mehreren Leuten im Haushalt genutzt werden soll, nicht mehr.